Freitag, Dezember 22, 2006

Going home for christmas

Das Blog fährt in die Weihnachtsferien. Allen, die hier mitlesen, schöne Feiertage und kommt gut ins neue Jahr! Und schaut auch 2007 mal wieder rein.
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Donnerstag, Dezember 21, 2006

Liebevolle Geschenke

Hier mein Geschenktipp in letzter Minute. Wenn ihr einem Mitmenschen schon immer die Krätze an den Hals gewünscht habt, hier kann dieser Wunsch Wirklichkeit werden. Die Idee ist ja ganz lustig, aber spätestens beim HI-Virus wirds dann doch etwas zynisch. Schön auch die Werbesprüche, z.B. bei der Tollwut ("Ihr Hund hat vor Freude schon Schaum vorm Mund.";).
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Mittwoch, Dezember 20, 2006

Jahresendsong

Dank Prospero weiß ich jetzt endlich, wie mein Lieblings-Weihnachts-Popsong eigentlich heißt: Fairytale of New York von den Pogues und Kirsty McColl. Und dank des Internets weiß ich jetzt sogar auch, worum es darin eigentlich geht. Kannte den Song von BFBS, wo Nick Ritchie den immer als letztes Lied in seiner letzten Sendung vor Weihnachten spielte. Die Sendung gibts auch nicht mehr, muss ich mir den Song dieses Jahr halt selbst spielen. Diese Mischung aus ziemlich abgef***tem Text und stimmungsvoller Melodie kriegen wohl echt nur Iren hin.
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Sonntag, Dezember 17, 2006

The horror, the horror

Wenn mir das mal jemand vorhergesagt hätte, dass ich mal mit 'nem Mikrofon über den Weihnachtsmarkt laufen werde, um die Musik mitzuschneiden, die da so aus den Lautsprechern kommt, hätte ich denjenigen auch für verrückt erklärt. Jetzt habe ich also eine MD zu Hause, auf der sich Schlümpfe-Weihnachts-Techno befindet, ebenso wie 50 Sekunden einer drittklassigen Schlagersängerin, die live auf dem Weihnachtsmarkt üble Jahresendschlager zum Besten gegeben hat. Falls ihr euch das fragt: Nein, ich hab das nicht zum Spaß gemacht, sondern weil wir noch Hintergrundmusik für unseren Weihnachtsmarktfilm für die Uni brauchten. Der Dreh selbst war auch schon katastrophal. Stimmungen einfangen auf dem Weihnachtsmarkt. Was für eine Aufgabe.

Vorhin lief übrigens im Dradio eine Reportage über Engländer, die extra mit dem Bus nach Köln kommen, um auf einen deutschen Weihnachtsmarkt zu gehen. Verrückt. Hatte den schönen Titel "Gluhwein, German Weihnachtsmarkt und Bustenholder".

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Mittwoch, Dezember 13, 2006

Das letzte Genie des italienischen Kinos

... wurde gerade 65: Bernardo Bertolucci. 3sat zeigt deshalb seit gestern eine 7-teilige Reihe mit seinen Filmen. Außerdem gabs gestern noch ein 40-minütiges Interview mit ihm und Ausschnitten aus seinen bekanntesten Filmen. Ich bewundere Bertolucci seit ich damals "Der Himmel über der Wüste" gleich zweimal im Kino gesehen habe (mach ich nur SEHR selten, so was). Bei den Ausschnitten läufts mir noch heute kalt den Rücken runter, einer meiner absoluten Lieblingsfilme und so was von unterschätzt (läuft glaub ich morgenabend): diese Bilder, diese Musik. John Malkovich in der Rolle seines Lebens. Debra Winger war auch ziemlich gut. Paul Bowles persönlich am Ende in dem Café, nachdem Kitt ihren Verstand verloren hat, weil Port an Typhus gestorben ist und sie danach in der Wüste bei einem Nomadenstamm lebte. "Wie oft werden wir uns noch an einen Nachmittag aus unserer Kindheit erinnern? Vielleicht noch ein oder zweimal, vielleicht noch nicht einmal das. Und doch kann dieser Nachmittag so wichtig für unser späteres Leben gewesen sein, dass wir es uns ohne ihn gar nicht mehr vorstellen können."

Sehr gut fand ich auch vor einigen Jahren "Die Träumer". Da war noch mal alles drin, freie Liebe, der Traum von der Revolution, Kino als Zufluchtsort und Vorbild fürs Leben. 1900 fand ich auch sehr interessant, wenn auch etwas langatmig, was sich bei 5 1/2 Stunden nicht vermeiden lässt. Aber auch hier wieder: großartige Bilder, tolle Schauspieler (damals waren de Niro und Depardieu noch richtig gut) und eine ein halbes Jahrhundert umspannende Geschichte von Freundschaft und Verrat vor dem Hintergrund der gesellschaftlichen Umbrüche. Und dann natürlich "Der letzte Tango in Paris", ein Film, den ich mit 16 genau so wenig verstanden habe wie mit 30. Aber allein der Mut so was zu drehen, Marlon Brando immer kurz vorm Wahnsinn und der Selbstzerfleischung. Die Szene mit der Butter stand ja wohl gar nicht im Drehbuch und die Tränen von der Schneider waren auch echt, weil die sich in dem Moment wirklich seelisch vergewaltigt gefühlt hat. Und am Schluss sagt Brando: "Meine Prostata ist so dick wie ein Hühnerei, aber ficken geht noch ganz gut." Wenn die Schneider ihn erschossen hat, nimmt er erst mal seinen Kaugummi aus dem Mund und klebt ihn unter das Treppengeländer, bevor er tot zusammenbricht.

Leider hat Bertolucci auch sehr schlechte Filme gedreht. "Little Buddha" fand ich belanglos, und den Film danach, weiß gar nicht mehr, wie der hieß, wo der todkranke Jeremy Irons einer jungen Frau nachgeifert, also, das ist dann wirklich nur noch eine unerträgliche Altmännerphantasie. Was man dem Regisseur ja sonst immer gerne nachsagt. Aber ansonsten ist das schon einer der ganz Großen und sagt mir zehnmal mehr als Fellini, Pasolini und diese ganzen angeblichen italienischen Filmgenies. Diese Woche jeden Abend ein Bertolucci-Film auf 3sat, die Woche ist gerettet ;-).

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Montag, Dezember 11, 2006

Der Satz des Tages

Wenn ich auf dem Sterbebett liege, wird meine Tochter ein wilder axtschwingender Psycho-Cyberpunk sein, und ich werde verdammt froh sein, wegzukommen von diesem grauenvollen Ort!

Noel Gallagher im Interview mit der Weltwoche. Unter mangelndem Selbstvertrauen leidet der bekanntlich auch nicht. Aber mit einem hat er sogar recht: In den 90ern waren Oasis tatsächlich die größte Band der Welt - zumindest nachdem Kurt Cobain gestorben war.

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Sonntag, Dezember 10, 2006

Der Untergang des Abendlandes

Die FAZ stellt am Jahresanfang endlich ihre Rechtschreibung um und die Leser reagieren, als sei das Abendland jetzt endgültig verloren. Verrat an der Sache und kleinlautes Beigeben wird der Zeitung da vorgeworfen und so manche Abokündigung angekündigt. Unfassbar, was manche Leute für Probleme haben. Wenn der einzige Grund, warum ich eine Zeitung lese, deren Rechtschreibung ist, kann mein Interesse an den Inhalten ja nicht so groß gewesen sein. Unfassbar auch die Hartnäckigkeit, dann manche Wörter doch weiterhin nicht so zu schreiben, wie es laut Wörterbuch richtig ist, sondern wie man selbst es für richtig hält. Aber dann argumentieren, man übernehme die neuen Regeln nur aus Sorge für die Schüler. Und Tollpatsch und nummerieren dürfen die dann künftig im Diktat ruhig falsch schreiben, oder wie? Ich bin jedenfalls froh, ab Januar auch bei meinem Nebenjob wieder richtig schreiben zu dürfen. Ich merk nämlich immer wieder, dass ich gar nicht mehr weiß, wie das früher war mit ß und ss. Warum es Schloß hieß, aber geschlossen z.B.
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Düstere Zukunftsaussichten

In der FAZ war neulich so ein kulturkritischer Artikel über den Niedergang der deutschen Sprache bei jungen Migranten. Die hätten inzwischen einen eigenen Slang, der nichts mehr mit der deutschen Grammatik zu tun habe. Statt richtige Verben zu benutzen, bildeten sie jeden Satz mit "machen" und einem Substantiv. Zum Beispiel heiße "Ich mach rote Ampel" dann "Ich gehe bei rot über die Straße" oder statt "Pass auf, ich stech dich gleich mit dem Messer" drohten sie mit "Ich mach dich Messer, Alter". Klingt erst mal sehr lustig, aber zumindest hier in Mainz sprechen die Jugendlichen in den Bussen tatsächlich schon so ähnlich. Der Gebrauch von Artikeln und Präpositionen scheint bei ihnen schon völlig in Vergessenheit geraten zu sein. Ein typisches Gespräch geht dann ungefähr so: "Wo fährst du?" "Ich fahr Mombach." "Gehst du auch Sportplatz?" "Nee, ich muss Schule."

Viel bedenklicher finde ich eine Szene, die ich vor Kurzem im Bus beobachten durfte. Zwei ungefähr zehnjährige Mädchen verarschten einen dicken Jungen, der draußen neben dem Bus stand. Als eine etwa 18-/19-jährige Jugendliche es wagte, sie zu fragen, was das denn solle, figen die beiden an, sie übelst zu beschimpfen: "Ey, du Hackfresse, fick dich selbst. Was willst du Schlampe denn?" usw. Die Jugendliche und ihre Begleiterin konnten das gar nicht richtig fassen und fragten zurück: "Was erlaubt ihr euch eigentlich, ihr kleinen Gören? Ihr seid doch höchstens zehn." Aber die Kiddies ließen sich gar nicht mehr beruhigen, beleidigten weiter und zeigten selbst nachdem sie schon ausgestiegen waren den beiden älteren noch den Stinkefinger und blöde Grimassen. Ich dachte nur noch, wie soll das bloß werden, wenn die sechs Jahre älter sind und noch genauso wenig Respekt haben. Wieder zwei gute Argumente für Abtreibungsbefürworter.

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Freitag, Dezember 08, 2006

SamS, SSZ und jetzt!

Dominik Wiechmann, Chefredakteur des SZ-Magazins, erzählt im Interview mit dem aktuellen "Journalist" über die Arbeit an der Dummy-Nummer der geplanten Sonntagszeitung der Süddeutschen. Klingt sehr vielversprechend. "Wenn die Sonntagszeitung kommt, kommt auch das jetzt!-Magazin wieder", verspricht er noch. Aha, als Beilage oder wie? Umgangssprachlich werde die Zeitung dann wohl SamS heißen, mutmaßt der "Journalist". Na ja, muss das sein, BamS, WamS, SamS? Gut, SSZ kommt wohl nicht in Frage.

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Die Tempo-Jahre

Eigentlich sollte sie schon vor zwei Wochen kommen, heute lag sie endlich am Kiosk: die Jubiläumsausgabe von Tempo zum 20. Geburtstag. Mit ihren 380 Seiten Umfang wirkte sie zunächst eher wie ein Versandhauskatalog. Beim ersten Durchblättern war ich etwas enttäuscht, viel Werbung und nichts, was mich spontan vom Hocker riss. Aber beim genaueren Durchstöbern fand ich sie doch wieder, diese geniale Mischung aus unterschiedlichsten Themen, die ich Anfang der 90er, als Tempo meine absolute Lieblingszeitschrift war, so geliebt habe, dazu der Schreibstil, mal poetisch, mal provokant, aber immer subjektiv. Das ist ja auch das, was jetzt in sämtlichen Artikeln über das Jubiläum als so besonders an der Zeitschrift hervorgehoben wird: der persönliche Standpunkt, der Mut, "ich" zu sagen. Gründungschefredakteur Peichl erklärt diese Haltung in einem sehr schönen Artikel in der FAS von letztem Sonntag. Dass es heute eingentlich keine Zeitschrift mehr gibt, die sich traut, eine Haltung einzunehmen, manche Dinge gut zu nennen und andere böse.

Aber zurück zum Jubiläumsheft. Das Layout wirkt fast so, als hätte es die letzten zehn Jahre ohne Tempo nicht gegeben. Glaser und Biller schreiben ihre alten Kolumnen, als hätten sie nie damit aufgehört. Das sind aber fast die einzigen nostalgischen Momente, ansonsten ist das Heft von den Themen her ganz im Heute angekommen. Wie gesagt, die Themenmischung, die ist so wild wie sie immer war. Das war ja auch das Konzept von Tempo, zu sagen, Politik ist genauso wichtig wie (Pop-) Kultur, Lifestyle, Erotik und Mode, Porträts von Schröder oder Wowereit sollen neben Artikeln über Nirwana oder Tokio Hotel stehen und Selbstversuche in Online-Datingbörsen hinter Reportagen über die Slums europäischer Großstädte oder das Township von Soweto. Dem Leser etwas zumuten, die Welt so schillernd zeigen, wie sie nun mal ist. Leider hat das nach der Einstellung von Tempo keine Zeitschrift für mich mehr so gut geschafft.

Peichl, der auch die Jubiläumsausgabe wieder verantwortet, wolle mit ihr "noch einmal zeigen, was Journalismus sein kann", steht in dem FAS-Artikel. Und das hoffentlich kein zu großer Kater bleibe, wenn man feststelle, dass so etwas fehlt, aber heute nicht mehr funktionieren könne. Fehlen tut mir eine solche Zeitschrift auf jeden Fall, warum sie aber nicht mehr funktionieren solle, sehe ich nicht ein.

Dass dem Spiegel das neue Heft nicht gefällt, wundert mich überhaupt nicht, obwohl deren Redaktion von ehemaligen Tempo-Autoren infiltriert ist. Klar, ist ja alles nur Selbstbespiegelung. Wo der Spiegel auch so objektiv ist. Wer etwas mehr über die Geschichte des Magazins lesen will, hier gibts einen ganz guten Artikel aus der taz.

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Donnerstag, Dezember 07, 2006

Theater auf Sparflamme

Was war das denn? Komm gerade aus dem Mainzer Staatstheater, wo im Orchestersaal "Das kunstseidene Mädchen" gespielt wurde, ein rund 70minütiger Monolog. Also, irgendwie erwarte ich von einem Theaterabend schon ein bisschen mehr. Dafür ermäßigt 5,50 Euro zu verlangen bzw. 11 Euro ohne Ermäßigung find ich schon fast unverschämt. Und dann war das auch noch so gewollt "geschauspielert". Das kommt davon, wenn man in Stücke geht, die man nicht selbst ausgesucht hat. Also nee, wenn ich das gewusst hätte, wär ich lieber zu Hause geblieben, zumal ich nach einem Becher Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt eh schon etwas angeschlagen war.
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Montag, Dezember 04, 2006

Guter Geschmack

Siehe da, Kahlschlag hat tatsächlich den Publikumspreis beim FILMZ gewonnen. War ich also nicht der einzige, der den super fand. Das Roland Klick-Zitat weiter unten in dem Artikel bestätigt, dass der Typ ein wenig seltsam ist. Ich habs noch nie geschafft, einen seiner Filme bis zum Ende durchzuhalten. Von Supermarkt hab ich wohl noch die Hälfte geschafft, von Deadlock keine zehn Minuten. Obwohl deutscher Italo-Western ja schon interessant klingt.
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Sonntag, Dezember 03, 2006

Die Gefühlswelt Kafkas

Kafka-Texte sind nicht unbedingt besonders geeignet, um an ihnen bei einem Sprechtraining das Ausdrücken unterschiedlicher Gefühle zu üben. Seine Kurzgeschichte "Heimkehr" changiert in der Stimmung von unruhig über traurig und melancholisch bis entfremdet. Jetzt versucht mal, das unterschiedlich mit eurer Betonung herauszuarbeiten...

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Deutsches Kino

Hier in Mainz geht heute das FILMZ zuende, ein jährliches Festival des deutschen Films. Obwohl mich diesmal keine der Vorankündigungen wirklich vom Hocker gehauen hat, habe ich es doch geschafft, mir zwei Aufführungen anzusehen. Am Freitag war ich mit einem Kommilitonen in der Doku-Reihe. Da liefen drei kürzere Filme mit sozialen Themen, einer über Hassloch, dass dank der Repräsentativität der Bevölkerung als Musterstadt für die Marktforschung der GfK dient, ein Porträt eines Psychotikers, der grob gesagt nur drei Lebensinhalte hat, Bordellbesuche, Flaschen sammeln und Chansons über Huren und Sex schreiben, und zum Schluss noch ein Film über drei Außenseiter, die alle einen Neuanfang wagen. Ersterer war recht langweilig, der zweite wesentlich unterhaltsamer und auch irgendwie anrührend, der dritte ganz nett. Aber irgendwie sind Dokus doch nicht mein Ding, erinnert mich immer zu sehr an Fernsehreportagen. Witzig war noch der Berliner Regisseur des letzten Films, der auf die Frage nach der Idee zu seinem Film antwortete: "Ick hab halt den Axel kennen gelernt und dann dacht ick mir, mach doch mal nen Film über den."

Gestern um 11 hab ich dann noch einen der Wettbewerbsbeiträge gesehen, Kahlschlag, eine SWR-Produktion mit Stipe Erceg (das ist der zweite Hauptdarsteller aus "Die fetten Jahre sind vorbei";) und Nadesha Brennicke. Wenn der mal irgendwo läuft, guckt ihn euch an, denn der ist richtig geil. Es geht um einen heruntergekommenen Typen, Fabo, der aus dem Fenster springt und auf der Windschutzscheibe einer jungen Frau landet. Zwei Jahre später ist er glücklich mit ihr liiert und hat ihr gerade einen Heiratsantrag gemacht, als sie von einer Klippe stürzt und sich so schwer verletzt, dass sie ins Koma fällt. Fabo nimmt sein altes Gammlerleben wieder auf. Als seine geliebte Tami schließlich doch erwacht, hat sie alle Erinnerungen an die letzten 15 jahre verloren. Während Fabo versucht, sie wieder zu gewinnen, taucht in der Bar, wo er kellnert, eine junge, ziemlich ungewöhnliche Frau auf, die so ziemlich das Gegenteil der engelsgleichen Tami ist. Wie's ausgeht, verrate ich natürlich nicht, aber der Film hat wirklich alles: eine interessante Grundidee, ein gutes Buch, hervorragende Darsteller, tolle Musik und ist klasse inszeniert. Der Regisseur verhandelt gerade mit einem kleinen Verleiher, der den Film vielleicht in die Programmkinos bringen will, bevor er dann im Sommer im SWR laufen soll. Dass so ein Film nicht ins Erste kommt, ist echt ein Skandal, aber was will man bei dem Geschmack der deutschen TV-Zuschauer auch noch erwarten...

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