Mittwoch, Februar 28, 2007

Hast du zur Nacht gebetet, Desdemona?

Letzte Woche war ich im Düsseldorfer Schauspielhaus in "Othello". Nach dem Skandal um die MacBeth-Inszenierung neulich hatte ich eigentlich mit einem blutrünstigen Stück gerechnet. Stattdessen wirkte es leider etwas blutarm auf mich. Die Gefühle kamen nicht so wirklich glaubwürdig rüber. Vor allem ging die Wandlung der Hauptfigur viel zu schnell. Eben war Othello noch der liebende Ehemann und in der nächsten Szene schon der vor Eifersucht rasende Fanatiker. Hat man da was aus dem Text gestrichen? Insgesamt fand ich das Ganze auch wenig komplex, von Shakespeare bin ich da mehr gewohnt. So gibt es ja z.B. bei Hamlet wesentlich mehr und ausgeklügeltere Intrigen. Weiß aber nicht, ob das nur an dem Stück oder auch an der Inszenierung lag. Beeindruckend war immerhin das Ende. Die Kettensäge, die ich erwartet hatte, kam nicht zum Einsatz, stattdessen ertränkte Othello seine Desdemona in einem Wassergraben, an dem auch die Besucher in der ersten Reihe ihren Spaß hatten. Die Darstellerin durfte dann noch zehn Minuten mit geschlossenen Augen im Wasser liegen, bis das Stück zuende war.

In der Pause kam eine mittelalte Frau auf uns zu, die mal fragen wollte, wie die Inszenierung denn "uns jungen Leuten" so gefalle. Sie selbst fand sie zu "klamaukig". Als ich sie auf die skandalumwitterte MacBeth-Inszenierung ansprach, meinte sie, die habe sie auch gesehen und sie habe ihr wesentlich besser gefallen. Es sei zwar etwas viel Scheiße auf der Bühen gewesen, aber die sei ja zum Glück nicht echt gewesen. Die Aufführung hätte aber mehr Pep gehabt. Und ich dachte immer, solche Leute würden bei exzessiven Inszenierungen gleich ihr Theaterabo kündigen.

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Jahu, der Film ist fertig!

Heute habe ich den Text eingesprochen, der Professor ist zufrieden, und ich bin froh, es endlich hinter mir zu haben. Das Ergebnis ist gar nicht so schlecht, wenn man mal von einigen Anfängerfehlern wie unbeabsichtigten Jump-Cuts u.ä. absieht. Aber Godard hat ja auch so angefangen ;-). Gut, die Vangelis-Musik finde ich immer noch ziemlich nervig, aber das hat der eine Kollege halt unbedingt so gewollt. Jetzt bin ich mal gespannt, wenn der Offene Kanal uns die Quoten vorlegt ;-).
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Mittwoch, Februar 21, 2007

Das Geheimnis der verschwundenen Zeitungen

In der Mainzer Neustadt ist es aus irgendeinem Grund nicht möglich, eine überregionale Tageszeitung zu abonnieren. Das heißt, abonnieren kann man schon, nur bekommen tut man dann keine. Mein Mitbewohner oder ich hatten jetzt schon mindestens drei Mal die Süddeutsche oder die FAZ als Probeabo bestellt - angekommen ist keine einzige Zeitung. Ab und zu ruft dann mal ein Call Center aus München an und will wissen, wie einem die Zeitung gefallen hat, die man nie gesehen hat oder die FAZ schickt eine Rechnung, weil mein Mitbewohner vergessen hat, das Abo rechtzeitig zu kündigen. Auch von Kommillitonen, die im gleichen Stadtteil wohnen, hab ich schon gehört, dass die Probeabos nie ankommen. Seltsam, seltsam. Ich habe zwei Erklärungsmöglichkeiten entwickelt: 1. Der Bote wirft die Zeitungen einfach vor die Tür statt in den Briefkasten und die werden dann halt geklaut. 2. und wahrscheinlicher: Da die überregionalen Blätter hier wahrscheinlich keine eigenen Boten haben, haben sie wahrscheinlich eine Vertriebspartnerschaft mit der AZ Mainz. Und die hat kein Interesse, dass hier irgendwer ein anderes Blatt abonniert als ihr eigenes Käseblatt. Deswegen haben die Boten vielleicht die Anweisung, die anderen Zeitungen gar nicht erst zuzustellen. Alternativ kann's natürlich auch sein, dass der Bote einfach zu faul ist, die Zeitungen rumzutragen und lieber gleich aufs Altpapier wirft. Irgendwann leg ich mich mal morgens um 4 vor dem Haus auf die Lauer, um diesem Geheimnis auf die Spur zu kommen. Bis dahin kauf ich mir meine Süddeutsche weiter am Kiosk.
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Montag, Februar 19, 2007

Witzischkeit kennt keine Grenzen

Scheiße, ich werd alt, jetzt hab ich schon wieder meinen Vorsatz gebrochen. Ich habe mir heute tatsächlich mit meinem Mitbewohner den Rosenmontagszug angesehen. Danach war in der Mainzer Innenstadt Ausnahmezustand: Volltrunkene Kostümierte stolperten über Abfallberge und zerbrochene Flaschen und lagen sich in den Armen. WIr haben dann noch eine Kneipe gefunden, wo keine Karnevalsmusik lief. Dort wurden wir allerdings von einem volltrunkenen Kölner angequatscht, dessen Dialekt fast völlig unverständlich war, der uns aber nicht mehr in Ruhe lassen wollte, nachdem ich gesagt hatte, dass ich zwar aus Düsseldorf komme, Köln aber auch geil finde (was ja nicht mal gelogen war). Sein Lieblingsspruch war : "Pass eens op." Den hat er ungefähr alle 2 Minuten gebracht. Mein armer Mitbewohner hat noch weniger verstanden als ich und durfte außerdem nichts trinken, weil er heute Nachtschicht hat. Ich fands nach dem zweiten großen Alt eigentlich ganz lustig. Scheinbar braucht man nur regelmäßig Helau rufen und schon wird man akzeptiert ;-). Und das mir als altem Anti-Karnevalisten.
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Sonntag, Februar 18, 2007

Die Möglichkeit einer Insel

Der neue Houellebecq ist, wie schon gesagt, ein unheimlich packendes Buch. Einmal angefangen konnte ich es kaum wieder aus der Hand legen. Darüber hinaus ist es ein sehr beunruhigendes Buch, eine düstere Zukunftsvision von beklemmender Aussichtslosigkeit. Im Grunde variiert Hoellebecq hier die Grundidee von Elementarteilchen: dass der Mensch sich selbst durch eine sich durch Klonen fortpflanzende neue Spezies ersetzt und die alte Menschheit mehr oder weniger ausstirbt. Was in seinem damaligen Skandalbuch aber nur rudimentär anklingt ohne näher ausgemalt zu werden und letztlich ja nur den Rahmen für die Haupthandlung bildet, ist im neuen Roman das zentrale Thema.

Zweitausend Jahre in der Zukunft kommentieren zwei Neo-Menschen, geklonte Nachfolger eines Mannes unserer Zeit, den Lebenbericht ihres menschlichen Vorgängers. Dieser schildert die Ausbreitung einer Sekte, die mit Hilfe des Klonens die Unsterblichkeit erreichen will. Ansonsten ist dieser Daniel ein ähnlich verzweifelter, sexsüchtiger Zyniker wie Bruno in Elememtarteilchen. In der Zukunft hat die alte Menschheit sich durch Klimakatastrophe und Nuklearkriege wieder in einen vorzivilisatorischen Zustand zurück versetzt. Die letzten Menschen leben in primitiven Horden zusammen, während die Neo-Menschen einzeln in abgeschlossenen Refugien leben. Daniel 25 macht sich auf, so etwas wie eine Gemeinschaft jenseits des Elektrozauns zu finden, der sein Haus umschließt.

Die Kritiker meinten, Houellebecq habe sich mit diesem Roman als Romantiker geoutet. Ich zweifle da eher. Der ganze Roman ist von einer unglaublich menschenverachtenden und nihilistischen Weltsicht geprägt. Der Autor hetzt gegen so ziemlich jede menschliche Verhaltensform, ob es nun der Islam oder der Jugendwahn ist. Natürlich geht es auch wieder viel um Sex, der in einer sehr drastischen und lakonischen Sprache geschildert wird. Bewundernswert finde ich den großen Wurf, den er hier versucht, die Beschreibung des Untergangs der Menschheit und der Schöpfung einer neuen Gattung über zweitausend Jahre hinweg. Und die existenzialistischen Fragen, die er damit aufwirft. Erschreckend finde ich die Antworten, die er anbietet, wobei ich echt nicht weiß, inwieweit er diese nihilistische Weltsicht seines Protagonisten wirklich teilt oder nicht doch in Wahrheit ein Moralist ist.

Der Roman ist wesentlich abwechslungsreicher, tiefgründiger und fesselnder als es Elementarteilchen war. Musste ich mich damals durch die ständigen pornografischen Ergüsse durchquälen, die sich nach einer Weile ständig wiederholten, so fragte ich mich diesmal immer gespannt, was wohl als nächstes passieren würde bzw. wie er es schafft, den Bogen zu kriegen von der Lebensgeschichte des verzweifelten Daniel in der Gegenwart zur post-apokalyptischen Zukunft seines Klons. Wesentlich mehr als nur ein Skandalroman und jedem zu empfehlen, dessen Nerven stark genug sind, den wahren Horror zu ertragen: den Horror der menschlichen Existenz.

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Samstag, Februar 17, 2007

Bedenklich

Nach den desaströsen Erfahrungen des letzten Jahres hatte ich mir ja eigentlich vorgenommen, den guten Rat eines hr-Redakteurs zu befolgen, der meinte, man solle nur Veranstaltungen besuchen, die seinem Temperament entsprechen, und wollte also den Karneval - verzeihung, die Fastnacht komplett meiden. Dummerweise ist das schwierig, wenn die Kommillitonen fast alle Karnevalsfanatiker sind. So fand ich mich heute nach einem Besuch bei einem Kommillitonen mit selbigem am Wegesrand eines Umzuges wieder. Das war wohl ein Umzug der Schul- und Kindergartenklassen. Und irgendwie war das sogar recht amüsant. Gibt mir langsam echt zu denken. Na gut, Rosenmontag werd ich das Haus trotzdem nicht verlassen, wenn es sich vermeiden lässt.
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Freitag, Februar 16, 2007

Kleine Philosophie des Nihilismus

Lese gerade den letzten Hoellebecq. Ein unglaublicher Zyniker mit extrem menschenverachtender Weltsicht. Beispiel:

Alle Energie ist sexueller Natur, und zwar nicht vorwiegend, sondern ausschließlich, und wenn ein Tier nicht mehr imstande ist, sich fortzupflanzen, ist es zu nichts mehr nütze; den Menschen geht es genauso. Wenn der Geschlechtstrieb abgestorben ist, schreibt Schopenhauer, ist der eigentliche Kern des Lebens verbraucht; und in einer Metapher von erschreckender Gewalt, fügt er hinzu: "Das menschliche Dasein gleicht einer Theatervorstellung, die mit lebendigen Schauspielern beginnt und mit Automaten in denselben Kostümen endet." (Die Möglichkeit einer Insel, TB, S. 223)

Schopenhauer zitiert Houellebecq übrigens gerne, genauso wie Nietzsche. Damit hat er wahrscheinlich die beiden größten Nihilisten neben ihm zusammen. Wobei sich Schopenhauers Philosophie im Gegensatz zu der Nietzsches wirklich überhaupt nicht eignet(e), für irgendeine politische Ideologie miss- oder gebraucht zu werden. Der war ja ernsthaft der Ansicht, das Individuum sei ein Gefängnis und erst nach dem Tod könne der Wille seine wahre Bestimmung erlangen. Im Grunde eine Aufforderung zum Selbstmord. Und insoweit das genaue Gegenteil der Ideologie der Nazis, die mit Nietzsches Übermensch natürlich wesentlich mehr anfangen konnten. Finde den Roman übrigens sehr packend, werde dann mehr dazu schreiben, wenn ich ihn durch habe.

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Die lieben Mitmenschen

Die Arbeit des Filmkritikers ist nicht nur schweißtreibend, sie macht auch Hunger. Deshalb beginnt der Typ, nachdem der Juckreiz etwas nachgelassen hat, damit, den Inhalt seiner Nase, seine Fingernägel und Nagelhäute zu verzehren. Volle 97 Minuten dauert sein Mahl und bereichert meine "Walker"-Rezeption mit einem interressanten autokannibalistischen Paratext.

Stefan Hoeltgen schildert im epd-Film-Berlinale-Blog sehr amüsant ein skurriles Erlebnis im Kinosaal. Ich fühlte mich übrigens gerade im Supermarkt an die Szene aus "Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug" erinnert, wo die beiden Afroamerikaner sich in tiefstem Bayrisch unterhalten. Da war nämlich eine Familie mit Migrationshintergrund unterwegs, die sich lautstark in einem absurden Dialekt unterhielt (keine Ahnung, ob das eine besonders perfide Variante des Rheinhessischen war, ich hab jedenfalls kaum was verstanden und war auch froh darüber). Abgesehen davon, dass die drei (Mutter, Vater und erwachsener Sohn) schon durch ihre unglaubliche Körperfülle (bei allen dreien) lächerlich wirkten.

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Dienstag, Februar 13, 2007

Skurriler Filmtipp

Das klingt ja mal nach einem interessanten pornografisch-feministisch-antifundamentalistischen Splatterfilm ;-).
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Nachtrag zu Herrn Jensen

Übrigens erfülle ich von den zehn gesellschaftlichen Normen, die Herr Jensen seiner Auswertung des Fernsehprogramms entnimmt (S. 83), auch nur 2 1/2 von 10. Sollte mir das jetzt zu denken geben?

Und ihr dürft jetzt raten, welche 2 1/2 ich wohl meine ;-).

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Jahrmarkt der Eitelkeiten

Lange angekündigt und mit großen Erwartungen versehen, lag letzte Woche also die erste Ausgabe der deutschen Vanity Fair am Kiosk. Und da das Ding zur Einführung nur einen Euro kostet, habe ich mir gestern mal ein Heft zugelegt, obwohl mich das ganze beim Durchblättern nicht besonders angesprochen hatte. Tja, das Heft ist so eine Mischung aus Bunte und einer beliebigen Frauenzeitschrift mit einigen Geschichten zwischendurch, die auch im Spiegel oder Stern stehen könnten. Der Schwerpunkt liegt aber klar auf Society, Mode, Style, also Themen, die mich überhaupt nicht interessieren.

Die Themenauswahl scheint völlig beliebig. Eine Titelstory über Til Schweiger braucht wohl kein Mensch, eine Geschichte über Sigmar Gabriel eigentlich auch keiner. Richtig gut fand ich nur zwei Stücke: das Porträt des amerikanischen Präsidentschaftskandidaten Barack Obama mit ziemlich guten Fotos von Annie Leibovitz und das gescheiterte Interview mit Robert de Niro. Die VF erfüllt eigentlich alles, was die etablierte Presse der Jubiläumsausgabe von Tempo vorgeworfen hat: Belanglosigkeit, Oberflächlichkeit, vor allem aber das Betonen der Ich-Perspektive der Autoren. Nur dass VF das teilweise viel penetranter macht: Im NPD-Artikel von Michel Friedman wird der nicht nur als großer Reporter gefeiert, sondern taucht auch noch auf der Hälfte aller Fotos selbst auf. Zudem sehen wir ihn vorne im Heft, wie er sich beim Friseur gerade (für seinen Reporter-Einsatz?) schön machen lässt. Abgesehen davon bringt der Artikel keinerlei neue Erkenntnisse über die NPD. Neonazis sind gefährlich und zumindest im Osten schon längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Ach?

Im Übrigen sind die Artikel recht konventionell geschrieben, keine Spur von überraschender oder besonders guter Schreibe, wie es sie in Tempo in vielen Artikeln gab. Stattdessen findet man im Kulturteil oder bei der Berlinale-Servicestrecke ständig so Versuche, einen komplizierten Sachverhalt in ein bis zwei Sätzen plakativ zusammenzufassen, wie man das auch oft in Frauenzeitschriften liest. So Sätze wie: "200 Filme laufen auf der Berlinale -aufgeteilt in 6 Sektionen. Der Sieger des Wettbewerbs bekommt den Goldenen Bären." Um solche nichtssagenden Infos zu bekommen, brauch ich mir keine Zeitschrift kaufen. Übrigens dauert es dank der ganzen Werbung bis Seite 40, bevor überhaupt irgendetwas im Heft passiert (vorher gibt's nur Editorial, Leserbriefe etc.). Interessanter wird's aber erst ab Seite 120, also viel buntes Altpapier, wenig Inhalt. Schade, da muss ich wohl weiter von einem Tempo-Relaunch träumen oder davon, dass irgendjemand noch mal eine richtig gute Zeitschrift in Deutschland gründet.

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Donnerstag, Februar 08, 2007

Brecht und das Podcasten

Heute habe ich als Hausaufgabe für die Uni ein Radiofeature produziert. Thema: Brechts Radiotheorie und das Podcasten. Auf die Idee, das zusammen zu bringen, bin ich durch einen Beitrag beim Blogspiel gekommen. (Und Podcasten ist ja eh mein Spezielgebiet für Radiobeiträge, hab ja schon mal für hr-info versucht zu erklären, wie das eigentlich geht ;-)). Wobei ich immer noch keinen Podcatcher installiert habe und sich auch mein Interesse, mir selbst Podcasts anzuhören, sehr in Grenzen hält. Das meiste, was ich in der Vorbereitung für mein Feature so gehört habe, fand ich einfach nur langweilig. Ausnahme war vielleicht der Spreeblick-Podcast. Dieser Johnny Häusler kann schon ganz witzig plaudern, das gefällt mir auch an Trackback gut.

Was bei meinem Feature so rausgekommen ist, hört ihr dann demnächst entweder bei hr2 ;-) oder ich frag mal die Duplexer, ob die Interesse dran haben.

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Berlin, Berlin

Manchmal schafft es selbst die FAZ, mich positiv zu überraschen. Z.B. gestern, als sie eine 12seitige Berlinale-Beilage brachte, die richtig gut gemacht war. Tom Tykwer schrieb zwei Seiten lang über Fassbinders "Berlin Alexanderplatz", Jury-Präsident Paul Schrader ebenso lang über seinen Filmkanon und auf einer Doppelseite wurden alle 22 Wettbewerbsfilme mit Fotos vorgestellt. Ich sag ja, das Feuilleton ist das einzig gute an dieser Zeitung.

Heute lief auch die Sendung meiner Komillitonen zur Flimstadt Berlin im Offenen Kanal der Hauptstadt. Ich konnte da ja leider nicht mitfahren, weil ich gestern eine Klausur schreiben musste. Schöne Sendung, da haben die doch was gelernt an der Uni ;-). Der OKB hat übrigens einige ziemlich schräge Sendungen im Programm, z.B. morgen Abend um 21 Uhr ein C64-Special.

Das brachte mich wieder auf den Gedanken, warum noch niemand auf die Idee gekommen ist, die Zeitschrift 64er wiederzubeleben. Würde doch super in die ganze Retrowelle passen. Vielleicht mach ich das mal, wenn ich demnächst wieder arbeitslos sein sollte, die Rechte müssten doch irgendwie zu bekommen sein ;-). Dann können alle Leser ihre alten selbst geschriebenen Programme einschicken und die werden dann wie früher als seitenlange Listings zum Abtippen abgedruckt. In der ersten Ausgabe könnte ich endlich mein als Jugendlicher geschriebenes Basic-Adventure abdrucken (ja, das, das meinen Compi zu der Fehlermeldung Out of memory error veranlasste).

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Dienstag, Februar 06, 2007

Gut zu wissen

Aha, mein Studium ist also der Ausbildung an der Deutschen Journalistenschule ebenbürtig. Meint zumindest unser Prof in diesem Artikel. Werd ich dann noch mal ansprechen, wenn ich im Sommer nicht gleich eine Redakteursstelle bei einer geilen Zeitung bekommen habe ;-).
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Sonntag, Februar 04, 2007

Herr Jensen steigt aus

Diesen sehr kurzen Roman von Jakob Hein schenkte mir neulich ein Freund nachträglich zum Geburtstag mit den Worten: "Sei bitte nicht beleidigt, wenn du ihn liest." Es ist die sehr lakonisch geschriebene Geschichte eines Außenseiters, der sein Studium schon vor Jahren abgebrochen hat und seitdem weiterhin als Aushilfe bei der Post arbeitet. So lange, bis er eines Tages grundlos gekündigt wird, weil damit Arbeitsplatzabbau verhindert werden soll. Herr Jensen gerät nun von einer Krise in die nächste, versackt erst wochenlang antriebslos vor dem Fernseher, muss dann an einer sinnlosen Fortbildungsmaßnahme teilnehmen, fängt an, das Fernsehprogramm systematisch auszuwerten, kommt dadurch zu dem Schluss, dass das, was die Medien vermitteln wollen, nichts mit seiner subjektiven Realität zu tun hat, fasst daraufhin den Entschluss, keinerlei Medien mehr zu konsumieren und stattdessen die Natur intensiver wahrzunehmen. Seine letzten Kontakte zur Außenwelt reißen ab, weil ihn niemand mehr versteht und letztlich wird er paranoid, weil er denkt, einer wie er gefährde das System und dieses würde ihn genau beobachten.

Muss zugeben, dass ich mich gerade am Anfang doch ein wenig in diesem merkwürdigen Herrn Jensen wieder erkannt habe. Danach wird's allerdings immer skurriler. Der Autor legt seinem Protagonisten immer wieder herrliche Gedanken - ja, wie sagt man jetzt, in den Kopf? Schön z.B. der Gedankengang: Als er noch arbeitete, bekam er recht wenig Geld, musste sich dafür aber jeden Tag die Inkompetenz seines Chefs und die dämlichen Sprüche seiner Kollegen anhören. Seit er vom Amt lebte, bekam er zwar etwas weniger Geld, war dafür aber nicht verpflichtet, irgendeine Gegenleistung zu erbringen, so dass er insgesamt das jetzige Preis-Leistungs-Verhältnis besser fand. Wenn es nach ihm ginge, hätte er keinerlei Grund, einen Termin mit dem Amt auszumachen. Erst wenn sich die Lebenshaltungskosten weiter so verteuerten, wäre er irgendwann gezwungen, um eine Anpassung seiner Bezüge zu bitten.

Warum ich jetzt allerdings beleidigt sein soll, weiß ich nicht. Denn ich sehe mich eigentlich nicht so wie diese Figur, obwohl ich einige seiner Ansichten sympathisch finde. Nur weil ich mal Post rumgetragen habe (nur 4 Monate, keine 15 Jahre) und noch keinen Platz im Berufsleben gefunden habe, heißt das ja nicht, dass ich völlig antriebs- und ambitionslos bin. Ganz im Gegenteil habe ich noch nie im Leben so genau gewusst, was ich eigentlich beruflich machen will und was nicht wie jetzt gerade. Die Schwierigkeit ist nur, einen Arbeitgeber zu finden, der einem auch die Chance dazu gibt.

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Samstag, Februar 03, 2007

FR-Leser diskutieren

... über die beschlossene Umstellung aufs Tabloid-Format ab Sommer und die linksliberale Haltung der Zeitung. Teilweise ziemlich absurd, was da so geschrieben wird, aber auch ganz amüsant. Ich finde die Formatentscheidung übrigens gut. Damit hebt sich die FR deutlich von ihren Konkurrenten auf dem überregionalen Tageszeitungsmarkt ab und hat die Chance, als erste in Deutschland zu beweisen, dass mit einem praktischeren Format kein Qualitätsverlust einhergehen muss. Wahrscheinlich werd ich dann auch mal wieder zur FR greifen, obwohl mir SZ und taz inhaltlich doch wesentlich besser gefallen. Schade ist allerdings, dass die Hälfte der sechs Regionalteile geschlossen werden soll (bzw. zusammengelegt). Die regionale Berichterstattung ist hier im Rhein-Main-Gebiet mMn der einzige Grund, weswegen man überhaupt die FR statt der SZ kaufen könnte, denn von der Qualität der Texte ist letztere doch wesentlich besser (und das Feuilleton der FR ist für eine Zeitung mit überregionalem Anspruch einfach lächerlich). Und nicht zuletzt wäre es schade um die Darmstädter Lokalredaktion, die ich als sehr engagiert erlebt habe.
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Freitag, Februar 02, 2007

Radio ist doch geil

Heute hatte ich zum ersten Mal seit langer Zeit mal wieder Gelegenheit, eine Radiosendung zu moderieren, wenn auch nur eine Übungssendung an der Uni, die nirgendwo gesendet wird. Ich weiß nicht, ob unsere Dozentin mir bei der Besprechung wieder mal vorwerfen wird, meine Stimme sei nicht energisch genug und meine Betonung daneben. Aber bis dahin denk ich einfach mal: Ich bin mit mir zufrieden. Trotz der Nervosität und einer Erkältung, wegen der ich immer krampfhaft meinen Hustenreiz unterdrücken musste, hab ich's mMn ganz gut auf die Reihe gekriegt. Und im Gegensatz zu diesen ganzen anderen Praxisübungen in letzter Zeit hats sogar Spaß gemacht. Vielleicht wirds ja doch noch was mit dem Job beim hr ;-). Morgen gibts dann noch eine zweite Übungssendung mit anderer Rollenverteilung. Mal sehen, was ich dann für einen Experten mimen muss.
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Was die Aliens mit der Handystrahlung zu tun haben

Gestern blätterte ich im Stehcafé in der Bild und fand folgende zwei Neuigkeiten: Handys machen Krebs. Und im Mars leben vielleicht intelligente Wesen. Vor allem letzteres fand ich natürlich sehr interessant. Bild spekulierte, wir hätten die Marsbewohner bisher nicht entdeckt, weil wir nur an der Oberfläche gesucht hätten. Die Marsmenschen lebten aber vermutlich im Inneren des Planeten. Eine hübsche Abbildung zeigte dem geneigten Leser, wie diese possierlichen Wesen denn aussehen könnten: ungefähr so, wie sie in jedem zweiten zweitklassigen SF-Film dargestellt werden. Schmales Gesicht, spitze Ohren, irgendwie grünliche Hautfarbe. Was aber nun, wenn diese Wesen gar nicht so harmlos wären, wie die Abbildungen nahe legten? Wenn sie vielleicht schon böse Pläne geschmiedet hätten, wie sie unsere arme alte Erde am einfachsten unterjochen könnten?

Da wurde mir schlagartig bewusst, dass vielleicht ein Zusammenhang zu der anderen Neuigkeit von den Handys besteht. Was, wenn diese gar nicht der Wahrheit entspräche, sondern vielmehr ein Gerücht sei, welches die Aliens böswillig gestreut hätten? Angeblich haben ja finnische Forscher herausgefunden, dass übermäßige Handybenutzung das Risiko, an einem Gehirntumor zu erkranken, maßgeblich erhöhe. Was nun, wenn diese vorgeblichen Finnen in wirklichkleit inkognito eingereiste Marswesen sind, illegal aliens sozusagen? Sie könnten dieses unwahre Gerücht mit dem Ziel gestreut haben, dass wir gutgläubigen Erdenbewohner unseren Handywahn ablegen und zu altmodischeren, aber scheinbar ungefährlicheren Kommunikationsarten zurück kehren sollen. Ohne die Möglichkeit, überall schnell um Hilfe anrufen zu können, wären wir naiven Menschlinge aber infamen Überraschungsangriffen der Marsianer schutzlos ausgeliefert. Erst würden sie sich vermutlich über abgelegene Kleinstädte hermachen und die mentale Kontrolle über die dort lebenden Provinzler übernehmen. Beispiele gibt es für diese Vorgehensweise massig in der Historie - man sehe sich nur die Filmdokumente "Tommyknockers", "Die Körperfresser kommen" oder "Gefahr aus dem Weltall" an. Von der Provinz aus, wäre es dann kein weiter Weg mehr für die Aliens, sich von außen her an die Peripherie der Großstädte vorzuarbeiten - bis schließlich auch die letzte Metropole erobert wäre.

Aber nicht mit mir, liebe Marsianer! Sollte einer von euch mir auf einer Laubenheimer Landstraße begegnen, werde ich nicht ungewappnet sein. Vor meiner Handykamera seid ihr nicht sicher!

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