Freitag, April 18, 2008

"Die Träumer" vs. "Max mon amour"

 

Interessanter TV-Abend. erst habe ich mir zum dritten Mal Bertoluccis letzten Film "Die träumer" angesehen. Ich liebe diesen Film, so viele wunderbare Szenen und man kann immer noch was Neues entdecken. Wie die Eltern nach Wochen in die Wohnung zurück kommen, in der ihre Kinder das totale Chaos angerichtet haben und dann die beiden Geschwister nackt schlafend mit ihrem Freund in dem im Wohnzimmer aufgebauten Zelt finden. Und dann ihre reaktion: Der Vater stellt einen Scheck aus, die Mutter legt ihn auf den Tisch und die Eltern hauen schnell wieder aus der Wohnung ab ohne die Jugendlichen zu wecken. Herrlich, solche Eltern hätte ich auch gerne gehabt ;-).

Was Bertolucci auch hervorragend gelungen ist, ist die Atmosphäre des Jahres 1968 in Paris nachzustellen. Auf der Straße tobt der Kampf gegen den Staat, die Müllberge türmen sich, weil die Arbeiter streiken, aber die Kinos sind nach wie vor geöffnet. Eine schöne Vorstellung, die Arbeit ruht, aber die Kultur geht weiter. Toll auch, wie immer wieder Szenen aus klassischen (Schwaz-weiß;-)Filmen in die Handlung eingebaut werden: wie die drei Hauptfiguren den Rekord aus "Die Außenseiterbande" von Godard unterbieten wollen, in unter zwei Minuten durch den Louvre zu laufen, wie Jsabelle wie Jean Seaberg in "Außer Atem" auf den straßen von Paris "New York Herald Tribune" ruft usw. Dazu die Musik von Dylan, Hendrix, den Doors, Charles Trenet und Ella Fitzgerald. Ganz großes Kino, neben "Himmel über der Wüste" Bertoluccis bester Film. 

Völlig rätselhaft ist mir hingegen "Max mon amour" geblieben, den Frau Buschheuer ja so toll findet, dass sie ihn auf ihrer Top Ten-Liste hat. Eine Botschaftergattin fängt eine Affäre mit einem Schimpansen an. Der eifersüchtige Ehemann bietet ihr an, der Affe könne doch zu ihnen in die Wohnung ziehen. Eine unglaubliche Handlung. Soll wohl eine Satire sein, ich weiß nur leider nicht auf was. Eine Komödie über Sodomie, na ja, zumindest mal was Neues, nur leider weitestgehend ziemlich unlustig. Außerdem scheint Max überhaupt kein Geschlechtsorgan zu haben, jedenfalls sieht man das nie. Aber Affen kommen ja wohl eh sehr schnell, wie ich durch diesen Film gelernt habe.

geschrieben von herrhase ( Medien ) :: Kommentare (0) :: Permalink :: Trackbacks (0)