Mittwoch, April 23, 2008
Alles im ARGEn (II)
Die Zustände bei der Düsseldorfer ARGE füllen hier regelmäßig die lokalen Medien. Bezeichnend ist auch, dass der neue Geschäftsführer bereits nach einer Woche wieder gekündigt hat. Auch andere Mitarbeiter scheinen nicht zufrieden zu sein mit ihrem Arbeitgeber, wie die RP heute berichtet. Eigentlich braucht man das nicht mehr zu kommentieren.
In dieser Behörde wiehert außerdem der Amtsschimmel. Als ich meine Antragsunterlagen abgab, wurde ich erst mal gefragt, wo denn der Alg I-Ablehnungsbescheid der Arbeitsagentur sei. Häh, welcher Alg I-Antrag, fragte ich, sie sehen doch, dass ich bis vorletzten Monat Alg II bezogen habe, woher soll ich denn jetzt plötzlich einen Alg I-Anspruch herhaben? Ja, einen Antrag müsste ich trotzdem stellen, damit die ARGE den Ablehnungsbescheid von der Arbeitsagentur in ihre Akte heften kann - "falls mal einer die Akten prüft". Abgesehen davon, dass man das beim Mainzer Job-Center nicht so machen musste, ist diese Vorgehensweise ja wohl kompletter Humbug. Erstens kann ich ja in einem Monat gar keinen Anspruch auf Alg I erworben haben, was die ARGE-Mitarbeiter auch wissen. Und zweitens haben die doch wohl Zugriff auf dieselben Beschäftigungsdaten wie die Arbeitsagentur. Schließlich habe ich der BA ja nie mitgeteilt, was ich in den letzten zwei Jahren gemacht habe, sondern nur dem Job-Center in Mainz. Aber die Düsseldorfer Arbeitsagentur konnte genau diese Daten in ihrem Computersystem sehen. Und die ARGE nicht, oder was? Abgesehen davon, dass die ARGE ja zur Hälfte zur BA gehört. Was für ein Schwachsinn!
Krönung ist, dass ich die fehlenden Unterlagen jetzt erst im Mai abgeben soll. Bis dahin wird natürlich auch der Antrag noch nicht bearbeitet. Auf meine Frage, wovon ich bis dahin eigentlich meine Miete bezahlen soll, antwortete der Mitarbeiter, ich könne ja mit meinem Vermieter sprechen, ob ich nicht später zahlen könne. Klar, und wann bitte? Wenn irgendwann im Juni vielleicht der Antrag mal durch ist und ich dann mit zwei Monatsmieten im Verzug bin? Und wovon bestreite ich meine sonstigen Kosten? Soll ich dem Supermarkt auch sagen, ihr Geld kriegen sie irgendwann? Hauptsache, die GEZ bucht schön weiter ihre Beiträge von meinem Konto ab, denn solange ich keinen Bewilligungsbescheid hab, kann ich mich ja auch nicht befreien lassen. So viel zum deutschen Sozialstaat.

