Donnerstag, Mai 29, 2008

Neuneinhalb Seiten

So viel Platz nahmen die Todesanzeigen von Düsseldorfs OB Erwin in der Samstagsausgabe der RP ein. Von diversen Karnevalsvereinen bis zur Rheinbahn und Fortuna waren so ziemlich alle mit einer eigenen Anzeige vertreten. Der Höhepunkt war aber eine Anzeige der Jungen Union Düsseldorf für ihr Ehrenmitglied. Und ich dachte immer, mit 58 wäre man für den Verein eindeutig schon zu alt. Irgendwie hat das ja was unfreiwillig Komisches, wie sich da alle an den verstorbenen Amtsträger ranschleimen, sogar irgendwelche Schulen, "die mehrmals die Ehre hatten, ihn bei uns begrüßen zu dürfen." Andererseits, wenn du knapp zehn Seiten Todesanzeigen kriegst, hast du's echt geschafft. Möchte nicht wissen, was im Anzeigenteil los ist, wenn Helmut Schmidt stirbt.
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Aus dem Leben eines Taugenichts

Die Doppelbelastung als Alg II- Beantrager und Freiberufler wird mir langsam zu viel. Mein Tag sah heute so aus:

Nachdem ich nochmal vergeblich versucht hatte, die ARGE-Sachbearbeiterin ans Telefon zu bekommen, setzte ich einen Brief auf und kopierte noch einmal die Unterlagen, die ich bereits vor zwei Wochen eingeschickt hatte. Da ich auf Nummer sicher gehen wollte, saß ich dann eineinhalb Stunden in der Wartezone rum, um diese persönlich einer "Empfangsdame" in die Hand zu drücken und eine Bestätigung hierüber entgegenzunehmen. Wofür wurde noch mal die Post erfunden? Wenn man jeden Schriftverkehr mit Behörden nur noch durch persönliches Abgeben gewährleisten kann, wird's echt anstrengend.

Anschließend musste ich mich beeilen, um rechtzeitig zu einem Seniorentanztee zu kommen, über den ich morgen einen Artikel schreiben darf. Das hat mich kurzzeitig aufgeheitert, mit einem fröhlichen 89-Jährigen zu sprechen. Wenn ich seit 25 Jahren Rente kriegen würde, wär ich aber vermutlich auch fröhlich.

Eigentlich hätte ich danach noch zu einem Termin bei meiner Bank gemusst, der Berater hatte aber zwischenzeitlich eingesehen, dass bei mir eh nichts zu holen ist und das Geldanlage-andrehen-wollen-Gespräch abgesagt.

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Mittwoch, Mai 28, 2008

Schnauze voll von der ARGE

Langsam reicht's. Versucht man seine Sachbearbeiterin telefonisch zu erreichen (laut ihren Briefen ist sie eh nur mittwochs und donnerstags da), wird man mit einem Band abgespeist: "Aufgrund des hohen Anrufaufkommens können wir sie nicht erhören" oder so ähnlich. Dasselbe Band läuft auch noch um halb sechs nachmittags. Stattdessen bekomme ich heute einen Brief von ihr, ich hätte die fehlende Honorarabrechnung immer noch nicht eingereicht, obwohl ich diese schon vor 2 Wochen eingeschickt habe. Außerdem will sie eine Heizungsabrechnung von den Stadtwerken, obwohl ich ihr letztes Mal breit erklärt habe, dass aus meinem Anmeldungsschreiben nicht hervorgeht, welcher Anteil der Stromkosten auf die Nachtspeicherheizung entfällt. Sollte ich die Unterlagen nicht bis zum 4.6. einreichen, müsste sie meinem Antrag ablehnen. Das Schreiben ist sage und schreibe vom 21.5. datiert, lag aber heute erst im Kasten und trägt auch den heutigen Poststempel. Braucht First Mail 7 Tage, um einen Brief innerhalb Düsseldorfs zu transportieren oder braucht die ARGE 5 Tage, um den Brief von der Sachbearbeiterin zu First Mail zu transportieren? Ich tippe stark auf die zweite Alternative. Wahrscheinlich irrt mein Brief genauso seit zwei Wochen in den Korridoren der ARGE herum. So wird das Wort kafkaesk endlich am eigenen Leib erfahrbar. Wenn die mir wirklich 'ne Ablehnung schicken, sehe ich noch zwei Möglichkeiten: entweder ich ziehe mit Mitte 30 wieder bei meiner Mutter ein, dann kann ich meinen Lebensunterhalt auch von den mickrigen Zeilenhonoraren der Lokalpresse bestreiten. Oder ich nehme mir einen Anwalt, den ich nicht bezahlen kann. Unglaublich, wie stark sich nicht funktionierende Bürokratie auf die eigene Existenz auswirken kann.  
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Krasser Kinderfilm: "Die Wolke"

Warum der SWR die Erstausstrahlung eines (vermutlich von ihm mitproduzierten) Kinderfilms auf 0 Uhr legt, bleibt wohl sein Geheimnis. Für einen Kinderfilm fand ich diese Literaturverfilmung über die Folgen eines AKW-Unfalls teilweise ziemlich heftig, aber dem Thema angemessen. Beklemmend sind die Szenen, wo die Bevölkerung versucht, aus den unmittelbar bedrohten Orten zu fliehen. Die Zivilisation bricht zusammen, jeder ist sich selbst der Nächste. Ich habe mir die Frage gestellt, wie ich reagieren würde, wenn ein AKW in der Nähe hochginge: im Keller bleiben oder versuchen, möglichst schnell weg zu kommen. Richtig krass wird der Unfalltod des kleinen Bruders der Hauptfigur gezeigt. Ich weiß nicht, ob ich das meine kleinen Kinder sehen lassen würde, wenn ich welche hätte.

Alles was kommt, nachdem die Heldin aus dem Katastrophengebiet gerettet wurde, fand ich nicht mehr ganz so stark. Die Langzeitfolgen des AKW-Unfalls sind zu harmlos dargestellt. Es gibt zwar Nahrungsmittelknappheit, aber ansonsten scheint das Leben relativ normal weiter zu gehen. Hannah fallen zwar die Haare aus, aber sie scheint sich gesundheitlich zumindest so weit zu erholen, dass sie wieder zur Schule gehen und ein mehr oder weniger normales Leben führen kann. Aus Filmen wie "The Day after" hatte ich die Folgen der Strahlenkrankheit wesentlich stärker in Erinnerung. Es schleichen sich dann auch ein paar Logikfehler in die Handlung ein. Der Vater will nicht, dass sein Sohn bei Hannah im Krankenhaus bleibt, weil diese ja strahlen würde. Wenig später geht sie aber wieder auf eine öffentliche Schule mit lauter gesunden Kindern. Da strahlt sie dann nicht mehr? Es wird im TV berichtet, dass erste Bewohner wieder in die Zone 3 zurück ziehen, aber als Hannah und ihr Freund dorthin fahren, um ihren Bruder zu beerdigen, hat es anscheinend noch nicht einmal Aufräumarbeiten gegeben. Die verweste Leiche liegt jedenfalls noch immer an der gleichen Stelle.

Das Ende ist mir auch irgendwie zu optimistisch und verwässert die mahnende Aussage etwas. Oder soll die eigentliche Aussage des Films sein: Ist schon alles nicht so schlimm, solange ihr zusammen haltet? Das wäre dann allerdings zynisch.

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Montag, Mai 26, 2008

Wer wird der neue Grußaugust?

Unglaublich, dass sich die SPD erst darüber streiten musste, ob sie einen eigenen Kandidaten für die Bundespräsidentenwahl aufstellen soll oder nicht. Köhler ist ja nun wirklich kein überragender Präsident (auf mich wirkt der immer so, als wenn er irgendwie neben sich stehen würde) und eigentlich sollte es doch selbstverständlich sein, dass zumindest die Volksparteien eigene Kandidaten ins Rennen schicken. Und hätte die SPD jetzt niemanden aufgestellt, obwohl die Chance vorhanden ist, dass ihr Kandidat sogar eine Mehrheit findet, wäre das schon ein Armutszeugnis gewesen. Wobei ich das Amt sowieso ziemlich überflüssig finde. Legendär ist noch die Amtszeit von Johannes Rau, in der man die ersten drei Jahre erst mal gar nichts von ihm gehört hat. Ich denk immer, macht's entweder wie in den USA, wo der Regierungschef gleichzeitig Staatsoberhaupt ist oder führt meinetwegen die konstitutionelle Monarchie wieder ein. Das hätte wenigstens ein wenig Glamour und ich würd dann die Leute auch mal kennen, über die die Klatschblätter so schreiben.
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Montag, Mai 19, 2008

15 Jahre "jetzt"

Die jetzt.de-Redaktion der Süddeutschen feiert sich heute ein bisschen selbst, denn vor 15 Jahren erschien das erste Magazin als Beilage zur SZ. Selbige wurde zwar neun Jahre später während der Zeitungskrise wieder eingestellt, aber zumindest im Internet erfreut sich die Marke weiterhin großer Beliebtheit. Ich hab das ganze Ding damals nur am Rande mitbekommen, habe mir zwar ein paar Mal extra montags die SZ gekauft, aber irgendwie hat mich das "jetzt"-Heft nie so richtig vom Hocker gehauen. Am besten hat mir noch die "Lebenswert"-Liste gefallen, wo die Leser immer Gründe einschicken konnten, wieso es sich diese Woche zu leben gelohnt hat (erinnere mich noch an den kryptischen Eintrag "In Tel Aviv barfuß am Strand lang laufen";).

Inzwischen les ich die jetzt.de-Seite in der SZ immer sehr gerne. Die These, dass "Jetzt" dann das Vorbild für "Neon" war, hab ich auch schon öfter gehört, wobei mir "Neon" inzwischen besser gefällt.  "jetzt" war mir zu merkwürdig, irgendwie so "Wir wissen zwar nicht was wir wollen, aber das sofort"-mäßig. Tobias Kniebe nennt das in seinem Artikel unaufgeregt. Man könnte auch sagen unbeteiligt. Oder schluffihaft. So wie "Neon" ja auch immer vorgeworfen wird, die Zeitschrift für alle Leute zu sein, die nicht erwachsen werden wollen.

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Donnerstag, Mai 15, 2008

Glaube, Glück und frühes Leid: Craig Thompsons Graphic Novel "Blankets"

Craig hat es nicht leicht: Seine Eltern nehmen es mit der Bibel etwas zu genau, seine Mitschüler hänseln und verprügeln ihn, und mit seinem Leben weiß er auch so recht noch nichts anzufangen. Auf einer christlichen Ferienfreizeit lernt er die gleichaltrige Raina kennen, die ebenso wenig den gängigen Vorstellungen entspricht wie er selbst. Es ist Liebe auf den ersten Blick. Es gelingt ihm, seine Eltern zu überreden, Raina zwei Wochen besuchen zu dürfen. Obwohl in Liebe entflamt, macht Craig doch immer wieder sein schlechtes Gewissen zu schaffen. Denn sein Glaube sagt, dass Begierde etwas Böses ist.

Auf Craig Thompsons 2004 auf deutsch erschienenes Buch trifft der Begriff Graphic Novel einmal wirklich zu. Zum einen weil es mit mehr als 500 Seiten ähnlich umfangreich ist wie ein Roman, zum anderen, weil es eine literarische Tiefe entfaltet wie nur wenige andere Comics. Drei Hauptthemen hat diese stark autobiografische Coming of Age-Erzählung: die erste Liebe, den Kampf mit dem Glauben und die Beziehung der Hauptfigur zu seiner Familie, vor allem zu seinem drei Jahre jüngeren Bruder. Als Kinder sind die beiden unzertrennlich, als Teenager entfremden sie sich: "Heute ist er wie ein Fremder für mich." Die Familie ist in diesem Buch vor allem ein Ort der Probleme. Auch Raina lebt in zerrütteten Verhältnissen, ihre Eltern wollen sich gerade scheiden lassen, was vor allem ihre geistig behinderten Adoptivgeschwister aus der Bahn wirft. Und auch ihre ältere Schwester, die gerade ein Baby bekommen hat, ist kein Vorbild für ein glückliches Familienleben.

Im Mittelpunkt steht aber die Liebesgeschichte zwischen den beiden jugendlichen Protagonisten. ZWar wird diese manchmal in den Texten etwas kitschig, im Großen und Ganzen gelingt es Thompson aber sehr gut, die Gefühle seiner Figuren nachvollziehbar zu machen. Vor allem, wenn er seine Zeichnungen sprechen lässt. Und darin ist Thompson wirklich ein Meister, mühelos kann er ganze Szenen schildern ohne ein Wort zu gebrauchen. Etwas zu stark bemüht wird das Thema Religion. Dass eine übertrieben religiöse Erziehung einem Kind nicht guttut, hat man schnell verstanden, aber wenn Craig als Teenager immer noch Angst hat, in die Hölle zu kommen und deshalb zögert, seine Liebe zu Raina auszuleben, möchte man ihm am liebsten zurufen: wird endlcih erwachsen! Am Ende lässt die Erzählung nach. Zu abrupt und nicht nachvollziehbar wirkt es, wenn Craig aus heiterem Himmel die Beziehung beendet. Das letzte Kapitel beantwortet nicht die Fragen, die man als Leser noch hat und endet zu offen. Insgesamt ist "Blankets" aber ein Buch, das einen so packt, dass man es nicht mehr aus der Hand legen kann und den Leser wie ein guter Roman noch lange über die großen Fragen des Lebens nachdenken lässt.  

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Dienstag, Mai 13, 2008

Das musste ja kommen

Jetzt gibt es also auch auf meiner bescheidenen Homepage einen Artikel zu Romy Schneider, den Bericht über eine Buchvorstellung, den ich neulich die Ehre hatte, für die RP zu schreiben (war ursprünglich übrigens noch kürzer).
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Montag, Mai 12, 2008

Jenseits von Miami: "Hot Spot - Spiel mit dem Feuer"

 

Der einzige Kinofilm mit Don Johnson, den ich gesehen habe, 1990 auf dem Gipfel seiner Karriere gedreht von Dennis Hopper. Der experimentoerte hier mal nicht, sondern drehte eine geradlinige Hommage an den Film Noir. Johnson ist hier ein Typ wie aus einem Südstaatendrama von William Faulkner, "Der Mann in der Schlangenhaut" oder "Der lange heiße Sommer" (etwa zur selben Zeit spielte Johnson übrigens auch die Hauptrolle in einer TV-Zweiteiler-Version von letzterem Stück), ein Mann ohne Vergangenheit und feste Bindungen, der irgendwo im Nirgendwo in einem Kaff in der Wüste hängenbleibt, einen Job als Gebrauchtwagenhändler annimmt und vom großen Geld träumt. Er liebt die gute Frau (Jennifer Conelly als 19-jährige Buchhalterin!), ist aber skrupellos genung, mit der bösen Frau (Virginia Madsen als nymphomanische Ehefrau seines Chefs) zu schlafen. Als er zufällig erfährt, dass fast alle Angestellten der örtlichen Bank bei der freiwilligen Feuerwehr arbeiten, plant er den fast perfekten Bankraub. Aber natürlich wird ihm die durchtriebene femme fatale zum Verhängnis...

Eigentlich komisch, dass Johnson außerhalb von Miami Vice nie zum Kinostar geworden ist, das Zeug dazu hätte er gehabt. Angeblich hat er die Rolle nur gekriegt, weil Kevin Costner und noch irgendwer Berühmtes abgesagt haben. Johnson ist kein Paul Newman, aber er spielt den kleinen Ganoven, der doch nur vom kleinen Glück mit seiner "unschuldigen" jungen Freundin träumt, absolut glaubhaft. Jennifer Conelly sieht in diesem Film schon unglaublich süß aus, aber noch nicht ganz so reif wie in "Requiem for a Dream". (Ich hatte völlig vergessen, dass sie in "Hot Spot" mitspielt.) Hopper gelingt es sehr gut, die Film Noir-Atmosphäre einzufangen, die Untermalung mit Bluessongs trägt dazu bei. Man kann die stickige Atmosphäre und die brennende Hitze der ausweglosen Kleinstadt fast spüren. Den Schauspielern scheint dieser Film kein Glück gebracht zu haben: Don johnson hat danach kaum noch Kinorollen bekommen, Jennifer Conellys Karriere hat eigentlich erst zehn Jahre später wieder an Fahrt gewonnen und Virginia Madsen hab ich erst vor ein paar Jahren in "Sideways" wieder gesehen. Schade, denn dieser Film hat eigentlich das Zeug zum Klassiker.

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Sonntag, Mai 11, 2008

Von der zerstörerischen Macht der Bilder: "Death Watch - Der gekaufte Tod"

 

Die Schriftstellerin Katherine (Romy Schneider) ist vom Fernsehsender ntv ausgesucht worden, um an einem bizarren TV-Experiment teilzunehmen: Ihr Arzt eröffnet ihr, dass sie todkrank ist, höchstens noch zwei Monate zu leben hat. Ihre letzten Wochen sollen allabendlich live im TV übertragen werden, gewissermaßen eine besonders zynische "Big Brother"-Variante. Um auch ja nichts von ihrem Leiden zu verpassen, bekommt der Journalist und Kameramann Roddy (Harvey Keitel) Minikameras in seine Augen implantiert. Katherine flüchtet vor den Fernsehleuten und versteckt sich mit Perücke in einem Obdachlosenasyl. Dort findet sie Roddy, der so tut, als wolle er ihr helfen und sie fortan begleitet. Katherine denkt, ihren Häschern entkommen zu sein und einen Freund gefunden zu haben, doch in Wahrheit ist dieser es, der dafür sorgt, dass ihre Flucht abends in der Show "Death Watch" millionenfach über die Bildschirme flimmert. Doch Roddy beginnt bald, an seiner Arbeit zu zweifeln...

Zwei Jahre vor ihrem Tod spielte Romy Schneider die Hauptrolle in diesem weitgehend vergessenen Science-Fiction-Film von Bertrand Tavernier, einer bitterbösen Mediensatire über eine Welt, in der alles käuflich geworden ist - sogar der eigene Tod. Die Geschichte spielt in London, in einer nicht näher bezeichneten Zukunft. Es hat einen Krieg gegeben, auf den Straßen herrschen Unruhen und ständige Demonstrationen, man kann wohl auch "Marschierer" kaufen, die dann für einen demonstrieren. All das wird aber nicht näher thematisiert, es bildet nur den Background für die Handlung. Tavernier zeigt ein heruntergekommenes London mit zerfallenen Häusern und ausgebrannten Autowracks. Schlimmer scheint die Verwahrlosung der Menschen, die keine Moral mehr kennen. Der Tod wurde weitgehend von Schmerz und langem Leiden befreit, aber auch aus der Gesellschaft verdrängt, die Sterbenden in Heime abgeschoben. Als der Arzt Katherine ihren bevorstehenden Tod eröffnet, sagt er nie, was diese eigentlich für eine Krankheit hat, nur "Früher starben die Menschen an Krebs oder wurden verrückt. All das gibt es heute nicht mehr." Es ist eine scheinbar humanere Gesellschaft, aber der Tod ist dadurch, dass er nicht mehr alltäglich ist, zu einer Ware geworden wie jede andere. Vor der Allmacht der TV-Kameras gibt es kein Entkommen.

Die Besetzung dieser deutsch-französischen Co-Produktion ist hervorragend: Neben Schneider und Keitel gibt Harry Dean Stanton den skrupellosen TV-Produzenten und Max von Sydow Katherines Ex-Ehemann. Auch fotografisch bietet der Film einiges, so gleich die Anfangsszene, in der ein Kind auf einem Friedhof spielt, bevor die Kamera nach oben fährt und den Blick auf die Großstadt freigibt, die freilich von den meterhohen Steinkreuzen überragt wird. Auch ein erzählerisches Stilmittel ist interessant: Wir hören Roddys Ex-Frau aus dem Off über ihn erzählen, während er durch die heruntergekommenen Straßen läuft, lange bevor wir sie selbst kennen lernen. "Ich weiß nicht, was in ihm vorging. Vielleicht kannte ich ihn gar nicht." Für ihn ist der Auftrag zunächst nur ein großes Abenteuer und ein spannender Job. Aber am Ende wird Roddy mehr verlieren als nur seine Unschuld und gezwungen werden, Stellung zu beziehen.   

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Donnerstag, Mai 08, 2008

Gewalt in Garath

Bis vor Kurzem fand ich den Stadtteil, in dem ich aufgewachsen bin, ja immer den schlimmsten von ganz Düsseldorf, was sicherlich auch damit zu tun hat, dass ich den halt so gut kenne. Seit ich für die Lokalpresse im Einsatz bin, ist er aber abgelöst worden. Wo ich noch weniger wohnen will, ist Garath. Dazu muss man sagen, dass das wahrscheinlich auch der Stadtteil mit dem schlechtesten Ruf ist, ich sach nur Jugendgewalt und sozialer Brennpunkt. Eben war ich bei einer Diskussionsrunde der örtlichen CDU zum Thema Sicherheit. Abgesehen davon, dass schon lustig ist, dass die Hälfte der Anwesenden Bezirksvertreter, Ratsherren und Presseleute waren (und der Rest überwiegend Rentner), war auch die Diskussion nicht besonders erhellend.

Alle taten so, als müsse man nur mehr Bullen auf die Straße schicken, und alle Probleme wären gelöst. Vor allem die Rentner im Publikum wurden nicht müde, härtere Strafen und mehr Polizeipräsenz zu fordern. MMn sind die Jugendlichen da vor allem deshalb gewalttätig und schlagen Schaufensterscheiben ein, weil es dort sonst nichts zu tun gibt und die auch keine Perspektive haben, da jemals rauszukommen. Ich vermute mal stark, dass du dich mit einem Abschluss einer Garather Hauptschule gar nicht erst um eine Lehrstelle zu bewerben brauchst. Ob man sich da nun wirklich nachts nicht mehr auf die Straße trauen kann, wie immer wieder in Leserbriefen von Rentnern zu lesen ist, kann ich immer noch nicht beurteilen. Tatsache ist, dass da teilweise recht merkwürdige Individuen durch die Fußgängerzone laufen, die übrigens ein mustergütiges Beispiel für verfehlte Stadtplanung ist. Die Bitches-Dichte scheint mir dort auch höher zu sein, als im Rest der Stadt. Was da für Schnallen rumlaufen, ist schon krass.

Gelernt habe ich aber auch, dass das schöne Friedrichstadt, in dem ich jetzt wieder wohne, eine höhere Kriminalitätsrate hat als Garath. Wahrscheinlich liegt das nur daran, dass sich hier Handtaschendiebstahl noch lohnt, weil die Leute hier noch Geld drin haben. 

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Mittwoch, Mai 07, 2008

Schriften zu Zeitschriften: LIEBLING Mai 2008

Ich klau mir hier mal den Rubriktitel von der taz, um was über die neue LIEBLING-Ausgabe zu schreiben. Hab mir die eigentlich nur aus Langeweile gekauft, weil ich das letzte Heft ja nicht so gut fand und mir die Namen auf dem Titel der Maiausgabe überwiegend wieder gar nichts sagten. Aber ich wurde sehr positiv überrascht. Allein die Geschichte von Martin Simons über den Schriftsteller Paul Nizon, der mir vorher gar nichts sagte, ist so interessant und toll geschrieben, dass sich wegen ihr schon die 2,80 Euro lohnen. Nizon erinnert ein bisschen an Henry Miller, hat ein ähnlich wildes Leben geführt, sein Privatleben ist immer wieder an seiner Sehnsucht nach dem freien Schriftstellerdasein gescheitert und dann schrieb er auch noch über Huren in Paris, wo er ähnlich wie Miller ein Jahr verbrachte.

Tempo-Veteran Peter Glaser darf auch wieder schreiben, und zwar über abgefahrene Superheldencomics, die in den 80ern Atari-Telespielen beilagen. Was für ein herrlich schräges Thema! Adriano Sack hat sich mit befreundeten Kultur- und Modeschaffenden über ihre Hassliebe zu Madonna unterhalten, das ist einfach als Gespräch so abgedruckt. Dann gibt's noch merkwürdige unscharfe Fotos von Patti Smith und Porträts von Schauspielern und Musikern, die im Prinzip auch (noch) niemand kennt. Was mich am Konzept stört, ist zum einen die Mode-Lastigkeit, zum anderen, dass es nicht mehr "ernstere" Themen gibt. In Tempo gab es halt neben allem Lifestyle auch immer politische und gesellschaftliche Themen. In LIEBLING gibt es eine Seite Kolumne, wo Georg Dietz sich diesmal über Kapitalismuskritiker auslassen darf, und das war's.

Toll finde ich zum großen Teil, wie die Texte geschrieben sind. Noch besser gefallen mir Fotos und Layout und diese Verschwendung, mit der da gearbeitet wird. Einfach mal 10 Seiten im Riesenformat mit doppelseitigen Fotos von abgenutzen Autoreifen! Einfach mal ein doppelseitiges Porträtfoto, wo auf der linken Seite außer einem Ohr, der Überschrift und dem Vorspann nichts drauf ist! (Im letzten Heft gab es auch Seiten, die so gut wie ganz weiß waren.) Visuell ist diese Zeitschrift schon ganz weit vorne, allein die Idee, anspruchsvolle Mode- und Kunstfotos in schwarz-weiß auf Zeitungspapier zu drucken, und dann dieses unglaubliche Überformat! Ich bin dabei, Fan zu werden. Unverzeihlich ist aber, dass sie einen Wuppertaler DJ "Liebling Elbersfeld" nennen. Aber wenn man in Berlin-Mitte am Monbijouplatz sitzt, ist alles westlich von Potsdam wahrscheinlich sowieso Provinz ;-).

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Montag, Mai 05, 2008

Das Schlimmste sind die Menschen

Düsseldorf im Frühling könnte so schön sein. Wenn nur die Leute nicht wären. Am schlimmsten sind die Touristen. Ich sag nur Junggesellenabschiede. Solchen Gruppen sollte die Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel verboten werden. Und bestimmten Frauen sollte untersagt werden, im öffentlichen Raum eine bestimmte Sprechlautstärke zu überschreiten. Da will man schön am Hafenbecken seine Samstagszeitung lesen und muss von neben sich immer wieder Sätze aufschnappen wie "Ist diesen Leuten eigentlich klar, wie armselig es ist, in der Disko rumzustehen?". Da möchte man entweder antworten: "Sei doch froh, dass du nicht hinmusst!" oder "Du hast ja schon einen Kerl gefunden, den du zulabern kannst!". Einige Meter weiter am Rheinufer musste ich mir dann anhören, wie mehrere Halbwüchsige, die anscheinend auch im Urlaub waren, sich über ihre Sauferlebnisse der letzten Nacht unterhielten. Warum gibt es eigentlich ein Rauchverbot, aber kein Schwafelverbot?

Was an Düsseldorf auch stark auffällt, ist die Häufung von Coffeeshop-Filialen (nennt man die eigentlich so?). Die Stadt dürfte eine der höchsten Starbucks-Filialen-pro-Quadratmeter-Dichte Deutschlands haben. Sehr schön auch folgendes Gespräch: "Willst du den Kaffee to go trinken oder dich rein setzen?" - "Nee, schon to go." Klar, man ist ja am Sonntag auch so beschäftigt, dass man seinen Matschiatto unterwegs schlürfen muss.

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Ganz schön surreal

So, heute war es wirklich so weit: Ich musste auf einen Termin an meiner alten Schule. Also, an dem Gymnasium, das aber im gleichen Gebäude ist wie die Realschule. Das letzte Mal war ich da vor 13 Jahren. Mannomann, das war echt ein merkwürdiges Gefühl, da über den Schulhof zu laufen. Die alten Büdchen sind verschwunden, stattdessen gibt es jetzt eine kleine Cafeteria, und einen Neubau gibt's auch. Sonst sah natürlich noch alles so aus wie in meinen Träumen ;-). Ich hatte noch überlegt, nach der Veranstaltung in der Aula mal im Lehrerzimmer vorbeizuschauen, aber erstens war da schon Schulschluss und eigentlich gibt es sowieso nur eine Lehrerin, die ich gerne mal wiedersehen würde.

Anlass meines Besuchs war eine Fragerunde mit drei jungen Landtagsabgeordneten. Der unsympathischste war natürlich der von der FDP (aus Wermelskirchen übrigens, vielleicht kennt Olsen den ja). Vier Jahre jünger als ich, sieht aber zehn Jahre älter aus, komplett im Anzug, während die beiden anderen locker in Jeans und Hemd kamen. Und treuer Anhänger des neoliberalen Globalisierungsglaubens. Verkürzte Schulzeit? Muss sein, denn schließlich ist es ja ein Wettbewerbsnachteil für deutsche Studenten, wenn sie zwei Jahre später fertig sind als ihre Mitbewerber aus Großbritannien. (Frage mich, wer denn mit denen um die gleichen Stellen konkurriert. Umwege im Lebenslauf sind in diesem Weltbild sowieso nicht vorgesehen, geht alles ganz gradlinig, Abi mit 18, vier Jahre Studium und mit 22 fängt man dann in internationalen Konzernen an.) Studiengebühren? Voll in Ordnung, schließlich verdient man ja als Akademiker auf die Lebenszeit umgerechnet viel mehr als ohne Studium. (Hätte ich nicht studiert, hätte ich die letzten 12 Jahre schon Geld verdienen können.)

Der Knüller war aber die Bemerkung: "Sie scheinen alle zu glauben, nach Ihrem Studium müssten Sie noch mehrere Praktika machen und nebenbei Hamburger braten, um leben zu können. Das ist nicht so. Akademikerarbeitslosigkeit gibt es nicht mehr." Es reiche, zügig zu studieren (er brauchte übrigens selbst 14 Semester), Auslandserfahrung zu sammeln (macht man alles in den 3 Jahren bis zum Bachelor) und ein Praktikum zu machen, "um den Bezug zur Realität nicht zu verlieren." Den hat er schon längst verloren.

Wenn es keine Akademikerarbeitslosigkeit mehr gibt, warum leben ich und einige Ex-Kommillitonen dann vom Arbeitsamt? Warum machen andere noch Praktika nach ihrem zweiten Studienabschluss oder schlagen sich mit irgendwelchen freien Mitarbeiten durch, über deren Bezahlung Handwerksmeister oder Techniker wohl nur lachen würden? Vielleicht sollte der Mensch mal anfangen zu differenzieren statt die Schüler mit allgemeinen Versprechungen zu verarschen. Klar, wenn man Ingenieurwesen studiert, stimmt das mit den gutbezahlten Jobs und der niedrigen Arbeitslosigkeit vielleicht, aber was ist mit all den Geisteswissenschaftlern oder den tollen neuen Bachelorstudiengängen, wo man "Irgendwas mit Medien" machen kann, um sich hinterher von einer prekären Beschäftigung zur nächsten zu hangeln? So was kommt im FDP-Weltbild wohl nicht vor.

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Sonntag, Mai 04, 2008

Lieder vom nicht einverstanden Sein: Kettcar - "Sylt"

Drei Jahre nach "Von Spatzen und Tauben..." ist vor zwei Wochen das neue Kettcar-Album erschienen. Es war schon mehrfach zu lesen, dass es rauer geworden sei als sein Vorgänger, auch lauter. Tatsächlich lässt die Band an einigen Stellen ihre Punkvergangenheit wiederaufleben, inklusive wilder Gitarrenfeedbacks. Im Mittelpunkt stehen aber nach wie vor die Texte, die im deutschen Rock zurzeit ziemlich singulär dastehen. Da können sich Bands wie Tocotronic oder Die Sterne echt noch eine Scheibe abschneiden. Diesmal gibt es auch so etwas wie einen roten Faden: Gleich mehrere Songs handeln vom Erwachsenwerden, von der Beobachtung, dass um einen herum alle gutbürgerlich-etabliert geworden sind, während man selbst immer noch seinen Platz im Leben sucht, wohl wissend, dass man selbst auch nicht mehr der Jüngste ist.

Besonders eindrucksvoll wird das in der Ballade "Am Tisch" thematisiert, einem Duett von Marcus Wiebusch mit Ex-Nationalgalerie-Sänger Niels Frevert. Protagonist 1 merkt bei einem Abendessen mit alten Freunden, wie fremd ihm diese geworden sind, haben sie sich doch längst in einem Leben voller Lügen und Kompromisse eingerichtet. Protagonist 2 wirft ihm vor, von oben herab auf seine alten Freunde herabzusehen, sich selbst als etwas Besseres zu fühlen. In der Single "Graceland" geht es um den Jugendwahn und das sich selbst Belügen, dass man immer noch so jung sei wie früher. Und im wunderbar traurigen "Verraten" ums abschiednehmen Müssen von den Eltern und damit auch von der eigenen Kindheit. Kaum ein anderer deutscher Sänger dürfte so diffizile Gefühle in so treffende Sprachbilder packen können wie Wiebusch es schafft.

Auch Arbeitslosigkeit und Leistungsdenken werden thematisiert, das Mitlaufen im Hamsterrad. Aus all diesen Liedern sticht immer wieder der Wille hervor, nicht widerstandslos mitzumachen, was die Gesellschaft vorlebt. Kettcar mögen reifer geworden sein, einverstanden sind sie immer noch nicht. Ein vor allem textlich sehr vielschichtiges Album, mit dem Kettcar ihren Führungsanspruch im deutschen Indierock behaupten.  

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Freitag, Mai 02, 2008

Vergessene Filme mit Anthony Edwards

Was Olsen kann, kann ich auch ;-): Ein völlig zu Unrecht vergessener Film, in dem "everybody's favourite ER-doc" (Zitat aus einem Userkommentar in der imdb) allerdings nur eine Nebenrolle spielt, ist "Der Volltreffer" von Rob Reiner. Hab ich vor Jahren mal im TV gesehen, wüsste nicht, dass der danach noch mal irgendwo gelaufen wäre. Im Grunde ist das so eine frühe Version von "Harry und Sally", nur mit Teenagern als Hauptcharaktere. Die Dialoge hatten mich jedenfalls stark an den Film erinnert, mit dem Reiner dann später berühmt werden sollte. In den Hauptrollen der junge John Cusack und Daphne Zuniga, die der einzige Grund war, warum man "Melrose Place" ab der zweiten Staffel noch gucken konnte (oh Mann, ich oute hier schon wieder meine geheimen Serienvorlieben, aber die erste Staffel war damals richtig gut). Edwards spielt den Freund von Cusack, einen ziemlich oberflächlichen Typen, wenn ich das richtig in Erinnerung habe. Mit vollem blonden Haar sah er übrigens nicht unbedingt besser aus als später mit seiner Halbglatze. Im selben Jahr (1985) drehte Edwards übrigens auch den zweiten frühen Film, den ich von ihm gesehen habe: "Gotcha!". Ansonsten klingt seine Filmografie ja eher skurril. Seit ER hat er auch nicht mehr viel gedreht. Der einzige bekannte Film ist "Zodiac", aber da hatte er nun auch nicht gerade viel zu tun.
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Donnerstag, Mai 01, 2008

Vom Praktikanten zum Chefredakteur

Ein Journalistenschüler hat den vom Axel-Springer-Verlag ausgelobten Scoop-Preis gewonnen und eine halbe Million Euro bekommen, um seine prämierte Magazin-Idee verwirklichen zu können. Dummy-Herausgeber Oliver Gehrs findet die Idee der Zeitschrift leider besser als ihre Umsetzung:

Buchmanns Konzept ist so anspruchsvoll, dass es wohl auch Journalisten, die mehr als ein Praktikum bei der „Frankfurter Rundschau“ vorzuweisen haben, schwer hätten.

Damit meint Gehrs den Chefred. des "Humanglobalen Zufalls", nicht mich ;-).

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